Landhaus Herzog Maria Alm Region Hochkönig

Klettersteig Selbhorn SW (Herzogsteig)

Der Klettersteig auf das schroffe Selbhorn - dem höchsten Gipfel des Steinernen Meeres - ist eine gewaltige Tour, bei der man fast 2000 Höhenmeter bewältigen muss. Der Eisenweg verläuft an der 400 Meter hohen Südwestwand des formschönen Berges, welche man erst nach längerem Fußmarsch erreicht. Der Klettersteig ist auf weite Strecken mit dem alten Herzogsteig ident, die schweren Passagen waren schon früher mit Stahlseil und Klammern gesichert. Gewaltige Karstlandschaft, aber auch unberührte, sehr einsame Natur (es gibt weder Hütte noch einen Unterstand im oberen Teil des Anstieges) zeichnet diese tolle Klettersteigtour aus.

Geschichte Selbhorn SW-Wand:

Der ursprüngliche Durchstieg durch die Südwestwand des Selbhorns wurde 1907 gebaut. Johann Moßhammer (ÖTK Maria Alm) war zusammen mit dem Bergführer Johann Herzog für den Bau zuständig. Es wurden nur sehr wenige technische Hilfsmittel und keine Markierungen angebracht. Der Anstieg sollte nur Bergsteigern vorbehalten sein, die ohne Markierung, nur mit richtungsweisenden „Stoamandln“ den Weg finden. In der Führerliteratur wurde der Anstieg "Moßhammersteig" bzw. "Herzogsteig" genannt. In den Folgejahren kamen an den steilen Stellen Tritthilfen (z.B. der roter Meißel) und ein Stahlseil in der Keilpromenade dazu. Später wurden von Bergführern auch einige Bohrhaken zur besseren Sicherung ihrer Gäste angebracht. Im Jahr 2014 wurde dieser Mix aus Kletterweg und Klettersteig auf weiten Strecken mit Stahlseilen und "Richtungsseilen" (Statik-Textilseile) ausgestattet.

Genaue Routenbeschreibung:

Siehe Topo: Die schwere Stelle ist ganz oben (!) an einem steilen Pfeiler. Man bleibt in der Regel immer am Seil (Stahl- oder Textilseil). Der mit Punkten markierte alte Herzogsteig verläuft nicht immer auf der neuen Klettersteigroute.
Erhalter: TVB-Maria Alm und ÖTK. Revitalisiert und auf weiten Strecken mit Stahlseilen ausgestattet wurde der Anstieg im Jahr 2014 von Markus Hirnböck (Alpin+Skischule Saalfelden)
Kinderfreundlich: Nein
Ergänzung zur Schwierigkeit: Stelle C/D, ein paar Mal C, oft aber leichter.
Bemerkung zu den Versicherungen: Der Klettersteig ist mit Stahlseil, aber auch an den leichten Passagen mit flexiblem Statikseil gesichert. Der Umgang mit dem Statikseil kann für Unerfahrene zum Problem werden!
Ausrüstung: Komplette Klettersteigausrüstung, Helm, evtl. Pickel und Steigeisen im Frühsommer
Talort: Hinterthal oder Maria Alm
Talort Höhe: 1020 m/802 m
Stützpunkt: Lechneralm
Stützpunkt Höhe: keine 1263 m
Anreise/Zufahrt:
Von Osten: Auf der A10 zur Ausfahrt Bischofshofen und über die B311 und B164 nach Maria Alm. Durch das Ortszentrum in den Krallerwinkl und am Parkplatz beim Gasthof Rohrmoos parken.
Von Westen: Nach Saalfelden und über die B164 nach Maria Alm. Weiter wie oben.
Mit Öffis: Mit der Bahn nach Saalfelden und mit dem Bus (Linie 620) nach Maria Alm Ortsmitte.
Ausgangspunkt: Gasthof Rohrmoos
Ausgangspunkt Höhe: 899 m
Zustieg zur Wand:
Vom Parkplatz zuerst auf einer Forststraße, dann auf einem markierten Wanderweg in den Bereich der Lechneralm aufsteigen. Nicht direkt zur Almhütte, sondern den Weidezaun übersteigen und zu einer Weggabelung aufsteigen. Dort links halten und weiter Richtung Braggstein. Auf ca. 1480 m wird ein weiterer Weidezaun erreicht, der überstiegen werden muss (Überstieg kann leicht übersehen werden). Dann zum Braggstein (1827 m) aufsteigen (netter Rastplatz) und weiter über den latschenbewachsenen Bergrücken zu einer Weggabelung. Dort links abzweigen und steil unter die Südwestabbrüche des Selbhorns aufsteigen. Die Abzweigung zum Klettersteig befindet sich auf 2210 m und ist durch einen Steinmann markiert. Steigspuren folgend in Kürze zu einer Sitzbank (Anseilplatz) und weiter zum Einstieg.
Alternativ kann auch von Hof Egger (ca. 1000 m) bei Hinterthal und über den Massingsattel (1344 m) zugestiegen werden. Man spart dort zwar ca. 100 Hm, hat aber einen streckenmäßig längeren Zustieg.
Höhe Einstieg: 2230 m
Abstieg:
Vom Ausstieg dem markierten Weg zum Hauptgipfel des Selbhorns (2655 m) folgen und teilweise ausgesetzt in die Luegscharte (2451 m) absteigen. Dort links halten und dem markierten, aber teilweise im unangenehmen Schrofengelände verlaufenden Weg zum Aufstiegsweg folgen. Weiter wie Aufstieg.
Alternativ kann man auch über die Buchauer Scharte absteigen, ca. 30 Minuten Mehraufwand, da die Mandlköpfe umrundet werden müssen. Dieser Abstieg ist etwas weniger ausgesetzt als der Abstieg über die Luegscharte.
Beste Jahreszeit: Juli, August, September
Kartenmaterial:
Alpenvereinskarte 10/2 Hochkönig-Hagengebirge, 1:25.000
BEV ÖK-UTM 3215 Saalfelden, 1:50.000
BEV ÖK-BMN 124 Saalfelden, 1:50.000
Kompass WK 15 Tennengebirge-Hochkönig, 1:50.000
Freytag & Berndt WK 103 Pongau - Hochkönig - Saalfelden, 1:50.000
Bemerkung:
Dieser Klettersteig ist nur etwas für erfahrene, trittsichere und ausdauernde Klettersteiggeher!
Die Tagestour hat fast 2000 Hm. Diesen Umstand sollte man bei der Tourenplanung berücksichtigen! Nur bei stabilem Wetter, zeitigem Aufbruch und mit genug Trinkreserven zum Gipfel aufsteigen.
Der Abstieg vom Gipfel und über die Luegscharte verläuft über abschüssiges Schrofengelände. Man sollte also trittsicher sein – wer nicht trittsicher ist, sollte den Abstieg über die Buchauerscharte wählen (Mehraufwand ca. 30 Min.)!
Lange Schnee im steilen Schneekar unterhalb der Luegscharte. Wer beim Zustieg schon auf Altschnee trifft und nicht Pickel und Steigeisen dabei hat, sollte besser umkehren.



 




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